Herzlich willkommen …

… auf den Seiten der Philharmonischen Gesellschaft Rostock e.V.!
Wir wollen Ihnen hier die Möglichkeit geben, aktuelle Informationen über unsere Vereinsarbeit und die Norddeutsche Philharmonie Rostock zu erhalten und eine Plattform schaffen, die es Ihnen ermöglicht, mit uns und mit dem Orchester in Kontakt zu kommen.
Wir werden uns bemühen, Termine und Informationen stets aktuell zu halten, trotzdem möchten wir Sie darauf hinweisen, dass wir die Richtigkeit unserer Angaben keinesfalls garantieren können.
Bitte vergewissern Sie sich im Zweifel immer auf den Seiten des Volkstheaters Rostock!
Wir würden uns freuen, wenn Sie diese Seite nutzen würden, um uns Ihre Wünsche und Hoffnungen, vielleicht auch Ihre Kritik, mitzuteilen. Dies gilt sowohl für die Arbeit unseres Vereins als auch für die Arbeit der Norddeutschen Philharmonie Rostock. Gegebenenfalls leiten wir Ihre Anregungen gern weiter.

7. Philharmonisches Konzert mit Uraufführung, Kinderchor und Klavierkonzert

Die Norddeutsche Philharmonie hat sich für das 7. Philharmonische Konzert ein außergewöhnliches Musikprogramm für die Rostocker Konzertfreunde einfallen lassen. Das Eröffnungsstück für die drei Konzertabende ist ein anspruchsvolles Auftragswerk. Der koreanische Komponist Myung-Whun Choi (geb. 1974), der einst in Bremen studierte und seitdem eine enge Verbindung nach Deutschland pflegt, schrieb für das Rostocker Orchester das Werk „Hoffnung“ (Na-rae 4). Im Anschluss wird der Kinderchor der Singakademie Rostock e.V. einen Bachchoral singen, gedacht als perfekte Überleitung zum Klavierkonzert f-Moll op. 114 von Max Reger. Einstudiert wurde das Stück von Dmitry Krasilnikov. Der in Moskau geborene Musikwissenschaftler absolvierte in Rostock an der HMT eine Ausbildung zum Orchesterdirigenten und leitet seit 2015 als Chorleiter den Kinder- und Jugendchor der Rostocker Singakademie am Volkstheater.
Max Regers (1873-1916) Klavierkonzert op. 114 entstand im Sommer 1910 in Leipzig und wurde dort auch am 15. Dezember im Gewandhaus uraufgeführt. Reger hatte das Werk der Pianistin Frieda Kwast-Hodapp als Dankeschön gewidmet, weil sie 1908 Regers Bach-Variationen op. 81 erstaufführte. Kwast-Hodapp spielte zur Uraufführung und Reger war so begeistert von ihrer Darbietung, dass er sie Kwast-Hutab titulierte. Von der Kritik wurde das Klavierkonzert allerdings verrissen. Der Rezensent der Leipziger Neuesten Nachrichten schrieb von einem Konzert, das ihm „als eine neue Fehlgeburt der in Inzucht verkommenden Reger-Muse erschienen ist“. Das technisch anspruchsvolle Werk zählt bis heute zu den wenig gespielten Klavierkonzerten. Zu Unrecht, weil es klanggewaltig ist, ein „Klaviergebirge“, wie es zahlreiche meisterhafte Einspielungen beweisen. In Rostock ist am Klavier Bernd Glemser (geb. 1962) zu erleben, der seit 1995 regelmäßig Gast der Norddeutschen Philharmonie in Rostock ist. Das Konzertrepertoire des gefeierten Pianisten reicht von der Barockmusik bis zu Klavierwerken der Neuen Musik.
Nach der Pause spielt das Orchester unter der Leitung des Berliner Dirigenten Julien Salemkour (geb. 1969) ein Werk von Arnold Schönberg (1874-1951). Dieser war 1933 in die USA ausgewandert und vollendete dort einige seiner bekanntesten Werke. 1937 huldigte Schönberg dem großen Komponisten Johannes Brahms, in dem er Brahms Klavierquartett Nr. 1 g-moll op. 25 für ein Orchester bearbeitete. Dieses Werk wird heute oftmals scherzhaft als „fünfte Sinfonie von Brahms“ bezeichnet. Dirigent Otto Klemperer hatte nach der Uraufführung in Los Angeles gemeint: „Man mag das Originalquartett gar nicht mehr hören, so schön klingt die Bearbeitung.“
Vor den Philharmonischen Konzerten wird jeweils eine Konzerteinführung angeboten. Diese findet im Intendanzfoyer eine halbe Stunde vor Konzertbeginn statt und vermittelt sehr viel Wissenswertes über die Werke und Komponisten.

Termin: Großes Haus des Volkstheaters Rostock am 26. März um 18.00 Uhr und am 27. und 28. März jeweils um 19.30 Uhr, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und – soweit vorhanden – an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Fotos: Carsten Iltsche, Werner Kmetitsch

„Kürzungspläne sind skandalös“ – Interview zur Petition gegen Stellenkürzungen

Für den Rostocker Ostsee-Anzeiger führte Frau Anette Pröber ein Interview zur Petition gegen Stellenkürzungen bei der Norddeutschen Philharmonie Rostock mit Dr. Thomas Diestel (Geschäftsführer der Dr. Diestel GmbH). Dr. Thomas Diestel ist Gründungsmitglied und seit vielen Jahren Vereinsvorsitzender der Philharmonischen Gesellschaft Rostock. Die Philharmonische Gesellschaft Rostock e.V. setzt sich seit 1994 für den Erhalt der Norddeutschen Philharmonie und die Verbesserung der Rahmenbedingungen für das Orchester ein. Mit Bestürzung haben die Musikfreunde die Kürzungspläne der Stadt und des neuen Intendanten Joachim Kümmritz zur Kenntnis genommen.

Intendant und Stadt sind sich einig, in Rostock ein Vier-Sparten-Theater zu erhalten. Da die Deckelung der Ausgaben für das Theater per Landesvereinbarung festgeschrieben ist – so die Argumentation – müsse der Rotstift angesetzt werden. Die notwendigen Einsparungen sollen durch die Streichung von Orchesterstellen erreicht werden. Was sagen Sie dazu?

Dr. Thomas Diestel: Es ist einfach skandalös. Vor 20 Jahren haben wir 100 Jahre Städtisches Orchester mit 95 Musikern gefeiert. Im 120. Jahr soll das Orchester von 73 auf 59 Musiker schrumpfen, wird ein hochwertiges Ensembles kaputtgespart. Und das nicht in einer Zeit klammer Kassen, sondern angesichts von wirtschaftlichen Erfolgen und rund 260 Millionen Euro Haushaltsüberschuss im Land Mecklenburg-Vorpommern. Von Politikern der CDU und SPD hört man immer wieder, wie reich und glücklich die Deutschen sind. Deshalb ist es für mich nicht nachvollziehbar, warum es keine Dynamisierung von Kulturmitteln für Theater und Orchester im Land und in der Stadt gibt. Es wird ein wertvolles kulturelles Erbe aufs Spiel gesetzt. Werke von Bruckner, Schostakowitsch oder die 9. Sinfonie von Beethoven werden in Rostock mit einem Schrumpforchester nicht mehr gespielt werden können. Zumindest nicht mit gebotener Klangfülle und Qualität. Die Norddeutsche Philharmonie, die in Rostock regelmäßig vor vollem Haus gefeiert wird, hat einen guten Ruf über die Region hinaus. Weltberühmte Dirigenten und Solisten sind jedes Jahr in Rostock zu Gast. Das Orchester ist auch international unterwegs und eines der besten Aushängeschilder der Hansestadt. Die Norddeutsche Philharmonie spielt in der 1. Liga. Außerdem sind die Musiker regelmäßig in Schulen und Kindergärten und vermitteln humanistische Werte.

In der Öffentlichkeit wird kolportiert, dass nach Einsparungen in anderen Sparten nun erstmals auch das Orchester finanziell zur Kasse gebeten wird. Ist dem so?

Dr. Thomas Diestel: Nein, der jetzt gekündigte Haustarif für das Orchester sah bereits eine Kürzung der Gehälter aller Musiker unter der Maßgabe vor, dass die Zahl der Orchestermitglieder nicht weiter sinkt. Denn seit Jahren werden Stellen gestrichen, blutet das Orchester aus. Besonders dramatisch ist, dass drei Stellen für Solo-Instrumente derzeit nicht besetzt werden können, wichtige musikalische Arbeit bleibt liegen. Das Durchschnittsalter der Orchestermitglieder beträgt 55 Jahre. Gerade aus diesen Gründen hat die Philharmonische Gesellschaft eine Stiftung ins Leben gerufen, um junge Musiker nach Rostock zu holen und mit Akademie-Geldern zu unterstützen. Diese ehrenamtliche Arbeit wird durch die Beschlüsse der Stadt konterkariert.

Was werden Sie als Vorsitzender der Philharmonischen Gesellschaft jetzt unternehmen?

Dr. Thomas Diestel: Wir werden die Kürzungspläne nicht akzeptieren. Viele Rostocker haben mich und den Verein gebeten, starken Protest zu organisieren. Ich bin dabei, eine Petition ins Leben zu rufen, die in Schwerin übergeben werden soll. Ich gehe davon aus, dass sich viele Bürger beteiligen werden und wir so unserer Forderung Nachdruck verleihen, die Norddeutsche Philharmonie als renommierten Klangkörper zu erhalten.

(Anmerkung: Die Petition ist seit dem vergangenen Philharmonischen Konzert im vollen Gange, sehr gern können Sie auch online unterzeichnen.)

Lars Vogt spielt und leitet Klavierkonzert von Robert Schumann – Philharmonisches Konzert fast ausverkauft

Die Norddeutsche Philharmonie wird unter Leitung des international bekannten Pianisten und Dirigenten Lars Vogt (46) ihre Reihe der Philharmonischen Konzerte am 26., 27. und 28. Februar im Großen Haus Rostock fortsetzen. Der aus Düren (NRW) stammende Vogt feiert auf allen großen Bühnen der Welt seine Erfolge als Pianist, und seit einiger Zeit auch als Dirigent bzw. in Doppelfunktion. 2015 wurde er zum Künstlerischen Leiter der Royal Northern Sinfonia in Newcastle berufen. Lars Vogt gab bereits im Jahr 1992, noch am Anfang seiner Karriere, in Rostock sein Debüt. Damals spielte er Robert Schumanns Klavierkonzert a-Moll. 25 Jahre später wird er es wieder in der Hansestadt zu Gehör bringen. Diesmal leitet er das Konzert vom Klavier aus.
Robert Schumanns Klavierkonzert a-Moll ist bereits 1845 bei seiner Uraufführung in Dresden begeistert aufgenommen worden. Seine Frau Clara, die den Solopart spielte, schrieb anschließend über das Werk: „… wie reich an Erfindung, wie interessant vom Anfang bis zum Ende ist es, wie frisch und welch ein schönes zusammenhängendes Ganze!“ Der Entstehungsprozess dieses Klavierkonzertes war allerdings ein recht schwieriger. Zunächst hatte Schumann (1810-1856) ein einsätziges Werk, eine Phantasie für Klavier und Orchester, geschrieben. Es wurde 1841 uraufgeführt, ließ sich jedoch bei keinem Verleger verkaufen. Erst die 3-sätzige Fassung brachte dann den Erfolg.
Vogt hat nach Rostock ein weiteres Schumann-Konzert mitgebracht. Es ist das einzige Konzert für Violoncello, das Schumann um 1850 schrieb. Das Echo war damals niederschmetternd. „Widerwärtig, greulich, langweilig“, heißt es in einem Zeitungsbericht. Schumann war mit diesem Werk wohl seiner Zeit voraus. Im 20. Jahrhundert setzte sich das Cellokonzert nach und nach durch und heute schwärmen Musiker und Publikum von der Ausdrucksvielfalt und –stärke und dem gewitzten und virtuosen Finale.
Den Solopart am Violoncello übernimmt Tanja Tetzlaff. Sie studierte an der Musikhochschule Hamburg und am Mozarteum Salzburg und besitzt ein breit gefächertes Repertoire. In der Saison 2016/17 ist Tanja Tetzlaff als Solistin ebenfalls beim Iceland Symphony Orchestra, dem Royal Northern Sinfonia Orchestra und dem Tokyo Metropolitain Orchestra zu Gast. Ihr besonderes Interess gilt der Kammermusik, sie spielt regelmäßig Klaviertrio mit Christian Tetzlaff und Lars Vogt.
Das 6. Philharmonische Konzert beginnt an jedem Abend zunächst aber mit der Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21 von Ludwig van Beethoven (1770-1827). Der große Komponist begann im Jahr 1799 die Arbeit an der Sinfonie und stellte sie ein Jahr später fertig. Die Uraufführung unter seiner Leitung am 2. April 1800 in Wien war ein großer Erfolg. Zugleich erklangen in Wien auch Beethovens Septett op. 20 sowie sein erstes Klavierkonzert. Doch kaum jemand konnte ahnen, welch großes sinfonische Werkschaffen mit der 1. Sinfonie seinen Beginn nahm.
Vor den Philharmonischen Konzerten gibt es jeweils eine 15-minütige Einführung. Interessierte Musikfreunde können viel Wissenswertes über die Komponisten und ihre Werke erfahren. Diese Einführung findet eine halbe Stunde vor Konzertbeginn im Intendanzfoyer statt.

Für alle drei Konzertabende gibt es nur noch Restkarten, entweder an den bekannten Vorverkaufskassen des Volkstheaters, eventuell auch noch an der Abendkasse. Termine: Großes Haus des Volkstheaters Rostock, 26. Februar 18.00 Uhr sowie am 27. und 28. Februar um 19.30 Uhr.

Text: Anette Pröber
Fotos: Giorgia Bertazzi, Felix Broede

Dynamisches Programm des Dirigenten Nicholas Milton zum Jahresauftakt 2017

Das 5. Philharmonische Konzert am kommenden Wochenende wird ein fulminanter Jahresauftakt. Die Rostocker Konzertfreunde der Norddeutschen Philharmonie werden den Gastdirigenten Nicholas Milton am Pult erleben. Der 1967 in Sydney geborene Milton ist ungarisch-französischer Herkunft und auch in Rostock bereits durch seinen engagierten und erfrischenden Dirigierstil bekannt. Milton stand auf vielen großen Bühnen dieser Welt und ist seit 2014 Generalmusikdirektor des Saarländischen Staatstheaters. In Rostock wird er mit der Norddeutschen Philharmonie ein Programm voller Leidenschaft präsentieren.
Den Auftakt bilden die „Tänze aus Galanta“ vom ungarischen Komponisten Zoltán Kodály (1882-1967). Kodály ließ sich von Motiven der Volksmusik der Sinti und Roma aus der Gegend um Galanta inspirieren. In der ungarischen Stadt Galanta war er aufgewachsen. Zoltán Kodály machte sich neben seiner kompositorischen Arbeit auch mit seiner wissenschaftlichen Arbeit an der Seite seines Freundes Béla Bartók einen Namen. Kodály sammelte über 3500 ungarische Volkslieder. Viele folkloristische Elemente ließ er in seine Werke einfließen.
Im Anschluss wird von Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) das Konzert Nr. 1 c-Moll op. 35 für Klavier, Trompete und Streichorchester zu hören sein. Schostakowitsch, der neben Igor Strawinski, Sergej Prokofjew und Sergej Rachmaninow einer der bedeutendsten Komponisten Russlands im 20. Jahrhunderts und außerordentlich produktiv und vielseitig war, schrieb das Konzert im Sommer 1933. Er hatte gerade die Arbeit an seiner Oper „Lady Mecbeth von Mzensk“ fertig gestellt und nannte das Klavierkonzert eine „spöttische Herausforderung an den konservativ-seriösen Charakter des klassischen Konzert-Gestus“. Der Komponist arbeitete mit überraschenden Übergängen, Humor und Ironie. Ursprünglich wollte beim bevorstehenden 5. Philharmonischen Konzert die lettische Künstlerin Lauma Skride den Solopart am Klavier spielen, aufgrund einer kurzfristigen Erkrankung musste sie leider absagen. Umso erfreulicher ist es, dass mit Lilit Grigoryan, der Solistin des letzten Philharmonischen Konzerts, ein hervorragender Ersatz gefunden werden konnte. Trompete spielt der junge japanische Musiker Yuki Urushihara, Akademist der Nordeutschen Philharmonie Rostock.
Nach der Pause erklingen die Sinfonischen Tänze op. 45 von Sergej Rachmaninow (1873-1943). Sie sind das letzte Werk des russischen Komponisten, entstanden 1940 in Huntington auf Long Island. Das Werk, das eine große Orchesterbesetzung mit erweitertem Schlagwerk beansprucht, gilt in der Orchesterliteratur als anspruchsvoll zu spielen. Es war dem Philadelphia Orchestra und seinem damaligen Chefdirigenten Eugene Ormandy gewidmet, die das Orchesterwerk am 3. Januar 1941 uraufführten. Die Sinfonischen Tänze bezeichnete Rachmaninow selbst als sein „bestes Werk“. Eindrucksvoll spiegeln sich Leben und Schaffen des großen Komponisten, der in Nowgorod aufwuchs und seit 1917 in den USA im Exil lebte. Vollständig akklimatisiert hat er sich in der Fremde nicht, aber im Gegensatz zu vielen anderen Russen schaffte er es, den Lebensunterhalt seiner Familie gut zu bestreiten. Rachmaninow war einer der begehrtesten und bestbezahlten Klaviervirtuosen seiner Zeit.
Vor den Philharmonischen Konzerten gibt es jeweils eine halbe Stunde vor Beginn eine Konzerteinführung im Intendanzfoyer. In rund 15 Minuten wird Wissenswertes über die Komponisten und deren Werke vermittelt.

Termine des 5. Philharmonischen Konzertes: Großes Haus des Volksthaeters Rostock am 22. Januar um 18.00 Uhr und am 23. und 24. Januar um 19.30 Uhr, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und – soweit vorhanden – an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Fotos: Martin Goffing

Klavierkonzert mit Lilit Grigoryan zum Jahresausklang

Konzertabsolventin der HMT spielt Mendelssohn Bartholdy unter Leitung von Marcus Bosch

Zum Jahresausklang gibt es in der Reihe der Philharmonischen Konzerte im Großen Haus Rostock erneut ein sehr vielversprechendes Klavierkonzert. Die 1985 in Jerewan (Armenien) geborene Lilit Grigoryan zählt zu den großen pianistischen Talenten der Gegenwart und wird mit einem beliebten Werk von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847) die Zuhörer erfreuen. Lilit Grigoryan, einst Schülerin von Prof. Matthias Kirschnereit an der Hochschule für Musik und Theater Rostock, unterrichtet seit 2010 an dieser Einrichtung. Sie ist mehrfache Preisträgerin bei nationalen und internationalen Wettbewerben und Duopartnerin der Starpianistin Maria Joao Pires. Die Pianistin gastierte bei berühmten internationalen Musikfestivals und konzertierte bereit in 27 Ländern weltweit. In der Reihe der Philharmonischen Konzerte gibt Lilit Grigoryan mit dem Dezember-Konzert ihr Debüt. Sie spielt mit der Norddeutschen Philharmonie unter Leitung von Marcus Bosch. Der Generalmusikdirektor (GMD) der Staatsphilharmonie Nürnberg und Vorsitzender der GMD Konferenz steht bereits zum zweiten Mal in dieser Saison in Rostock am Pult.
Das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 g-Moll op. 25 schrieb Mendelssohn, der einer der begabtesten Klaviervirtuosen seiner Zeit war, im Jahr 1831 in Rom und München. Der 22-jährige Komponist widmete es der 17-jährigen Pianistin Delphine von Schauroth, mit der ihn eine Liebesromanze verband. Die Uraufführung im Münchener Odeonssaal, bei der auch König Ludwig I. anwesend war, fand am 17. Oktober 1831 bei einem Benefizkonzert „Zum Besten der Armenpflegegesellschaft“ statt. Mendelssohn dirigierte seine 1. Sinfonie sowie das Klavierkonzert. Die Solistin war Delphine von Schauroth. Mendelssohn schrieb anschließend begeistert über die von ihm dirigierte Uraufführung: „Gestern ist denn nun mein Concert gewesen, und brillanter und vergnügter ausgefallen, als ich es erwartet hatte… Es waren gegen 1100 Menschen drin, und so können die Armen zufrieden sein.“
Das 4. Philharmonische Konzert wird nach der Pause mit einem der populärsten Werke von Gustav Mahler (1860 – 1911) fortgesetzt. Die Norddeutsche Philharmonie spielt die Sinfonie Nummer 5 von Mahler. Mit dieser Sinfonie beginnt Mahler eine neue Schaffensperiode. Er hatte die Jahre zuvor in seinen Sinfonien liedhafte Momente verarbeitet, Texte aus Des Knaben Wunderhorn (von Clemens Brentano) vertont. Mit der Sinfonie Nr. 5 (1901 – 1903) fand Mahler zur rein instrumentalen Ausdrucksform zurück. Zwar wurde das Werk zu seiner Zeit nicht verstanden. Mahler beklagte 1905 nach einer erfolglosen Aufführung in Hamburg: „Die Fünfte ist ein verfluchtes Werk. Niemand capiert sie.“ Aber nach dem Tod des Komponisten setzte sich eine immer größere Wertschätzung durch und heute zählt die 5. Sinfonie als eine der beliebtesten Sinfonien Mahlers. Anteil daran hat wohl auch der Film Tod in Venedig von Luchino Visconti aus dem Jahr 1971, dessen Filmusik das Adagietto umfassend verwendet. Mehr Wissenswertes liefert die Konzerteinführung eine halbe Stunde vor Konzertbeginn im Intendanzfoyer.

Termine im Großen Haus des Volkstheaters Rostock: 11. Dezember um 18.00 Uhr, 12. und 13. Dezember um 19.30 Uhr, Karten bekommen Sie an den bekannten Vorverkausstellen des Volkstheaters und – soweit vorhanden – an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber, Fotos: Cristopher Civitillo, Reiner Nicklas